GS-GERSTNER Gerstner, Karl: Archiv Karl Gerstner, 1949 (ca.)-2017 (ca.) (Bestand)

Archive plan context


Identification

Call number :GS-GERSTNER
Other Authors :Gerstner + Kutter
Gerstner, Gredinger + Kutter
GGK
Title / Name :Gerstner, Karl: Archiv Karl Gerstner
Creation date(s) :approx. 1949 - approx. 2017
Note on the time period :Eckdaten der Dokumente
Language :Deutsch
Size (in metres) :30.00
Caption :Artikel über Karl Gerstner von Dieter Bachmann im Tages-Anzeiger Magazin, Nr. 30, 28. Juli 1979, S. 6ff.; vgl. auch GS-GERSTNER-D-01-c-04

Context

History of the collection :Geschenk durch Karl Gerstner, 2006, Nachlieferung 2016 veranlasst duch seine Tochter.
Biographical information :"Am Anfang meiner Karriere konnte ich mir mit gutem Gewissen erlauben, die Werbung zum Vorwand zu nehmen, Kunst da zu machen, wo sie keiner vermutet. So wie Dürrenmatt Literatur als Krimis tarnte machte ich Alltagskunst, ohne die Leute ins Museum zu nötigen. Es war auch noch etwas anderes als missionarischer Eifer, um die ganze Wahrheit zu sagen: ich wollte mit keiner Arbeit unter meine Möglichkeiten gehen, denn das halte ich für die sinnloseste Verschwendung meines Lebens."
(Karl Gestner, zitiert nach Manfred Kröplien (Hg.): karl gerstner. Rückblick auf 5 x 10 Jahre Graphik Design etc., Hatje Cantz Verlag 2001, S. 229)
Im Andenken an seine Anfänge als Grafiker und Agenturgründer in den späten 50er Jahren, konnte Karl Gerstner in den 90er Jahren mit berechtigtem Stolz auf eine von Erfolg gekrönte Karriere zurückblicken und zog die ihm als Werbeprofi schmeichelnde Bilanz.
Karl Gerstner wurde am 2. Juli 1930 in Basel geboren, er starb am 01.01.2017 in Basel. Gerstner besuchte nach dem Abitur den einjährigen Vorkurs an der dortigen Allgemeinen Gewerbeschule. Ab 1945 absolvierte er eine dreijährige Lehre im Grafikatelier von Fritz Bühler. Parallel dazu betätigte er sich bereits autodidaktisch als Künstler. Im Jahr 1949 gründete er sein eigenes Grafik-Atelier. Während seiner Tätigkeit als Auftragsgrafiker für die sogenannte "Propaganda-Abteilung" von Ciba-Geigy in Basel, der Talentschmiede für die junge Schweizer Grafik schlechthin, lernte er den promovierten Historiker Markus Kutter kennen.
Mit ihm gemeinsam gründete er im Jahr 1959 die Werbeagentur "Gerstner + Kutter", die sich ab 1962 durch den Architekten Paul Gredinger zunächst zu "Gerstner, Gredinger + Kutter" erweiterte, um dann, ab 1963 abgekürzt unter dem Label "GGK", zu einer der erfolgreichsten Werbeagenturen der Schweiz zu avancieren.
Nach nur 10 Jahren, 1979, auf dem Zenit des internationalen Erfolges mit Tochteragenturen in Düsseldorf, New York und Sao Paulo, zog Gerstner sich aus der operativen Leitung zurück und fungierte nurmehr als Berater, um sich verstärkt seiner freien Kunst widmen zu können.
Darüber hinaus profilierte sich Karl Gerstner seit Mitte der 50er Jahre mit einer Vielzahl von Publikationen zur Grafik, Typografie und Kunst auch als didaktisch ambitionierter und renommierter Autor, der zumindest in den 50er Jahren versuchte, an die Ideen der Bauhaus-Philosophie der 20er Jahre anzuknüpfen und sie wiederzubeleben.
In den Buchbeständen der NB (Helveticat) finden sich allein 79 Titel, die Gerstner verfasst und gleichzeitig auch grafisch gestaltet hat. Hervorzuheben sind hier exemplarisch die mit Markus Kutter herausgegebene Anthologie "Die neue Graphik" (1959), sowie das 1963 erschienene Kultbuch "Programme entwerfen", das, wie der vorausgegangene Titel, in mehrere Sprachen übersetzt wurde und mehrere Auflagen erfuhr.
Die Mehrzahl der Dokumente im Archiv Gerstner stammt aus der Zeit bis ca. 1992, dem offiziellen Ende der Erfolgsgeschichte der GGK, da dann die Werbeagentur von der PR-Agentur Trimedia übernommen wurde. Darüber hinaus existieren Teilsammlungen, die später datieren und bis in das Jahr 2000 reichen. Hier hat Karl Gerstner auf ältere Projekte zurückgegriffen und diese im Kontext von geplanten Buchveröffentlichungen etc. aktualisiert.
Acquisition information :Schenkung
Erwerbsdatum:2006
2016

Collection structure

Genre of archival collection :Archiv
Description of the archival collection :Diverse Medien auf Papier, die einen repräsentativen Einblick in das klassische, grösstenteils analoge Grafikdesign vor dem digitalen Zeitalter gewähren.
Der Bestand umfasst neben Schriftentwürfen, Editionen, Zeitschriften- und Buchgestaltungen ein umfassendes Archiv mit Entwürfen, Vorarbeiten und vollendeten Kampagnen zur Werbegrafik. 2016 kommt als Zuwachs zur Schenkung Gerstner eine grosse Dokumentation hinzu, welche die Werke Gerstners nachvollziehbar macht. Darunter befinden sich unter anderem das eindrückliche Farben-Klavier, Ausstellungsmodelle, eine Dokumentation zu Gerstners Editionen, Publikationen und Kunstaktivitäten sowie eine kleine Fachbibliothek.
Gerade in der prozessualen Nachvollziehbarkeit von den ersten Entwurfsstadien zur definitiven Gestaltungslösung liegt der grosse Reiz, den dieses Archiv bietet!
Das Design-Archiv von Karl Gerstner erhält folgende Struktur:

A Werke
A-1 Typographie
A-2 Editionen
A-3 Plakate
A-4 Geschäftsberichte
A-5 Manuale
A-6 Zeitschriften
A-7 Bücher

B Korrespondenz
B-01 [Korrespondenz/ Typographie]
C Lebensdokumente
C-01 Private Dokumente
C-02 Berufliche Dokumente

D Sammlungen

D-01 [Werbekampagnen Präsentation]:
D-01-a Shell;
D-01-b Sinar, Intermöbel, N2, Bech, frühe Sachen;
D-01-b-01 Entwürfe auf Grafik-Text-Basis für das Zeitungsformat;
D-01-b-02 Inserate auf Foto-Text-Basis für das Zeitschriftenformat;
D-01-b-03 Akzidenzien (Firmenbroschüren etc.) - Entwürfe auf Grafik bzw. Grafik-Text-Basis;
D-01-b-04 Akzidenzien (Firmenbroschüren etc.) - Entwürfe auf Foto-Text-Basis.
D-01-c Swissair Identity
D-01-c-1 Swissair Identity: Argumentarium für die Firmenleitung;
D-01-c-2 Swissair Werbung;
D-01-d VW Strukturatlas
D-01-e Zeitungen: Bild, FAZ, France Soir, Punkt, Télématin;
etc. ...

D-02 [Werbekampagnen Rückblick/ Wiederverwendung]
D-02-a Miscellaneous II 50er Geigy u.a., Rückblick
D-02-b Miscellaneous III 50er/ 60er, Rückblick
etc. ...
Preferred method of citation :Schweizerische Nationalbibliothek, Graphische Sammlung: Archiv Karl Gerstner
Note on the cataloguing :Die Art der Erschliessung und die Struktur des "Archivbaums" innerhalb der Datenbank orientieren sich so weit als möglich an dem Ablagesystem des Autors, Karl Gerstner. Damit lässt die Archivstruktur also auch Rückschlüsse auf das gleichermassen systematische wie kreative Denken und Arbeiten Karl Gerstners zu.
Cataloguing level :detailliert
Finding aids :Inventar der Archivschachteln

Conditions governing use and acces

Acces restrictions :Konsultation nur nach Voranmeldung im Studiensaal der GS. Einschränkungen vor allem aus bibliophilen, sowie aus urheberrechts- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.

Sachverwandte Unterlagen

Related material :Vergleiche auch Sammelbestände in den Online-Datenbanken Helveticat (Buchveröffentlichungen) und Swiss Poster Catalogue (Plakate)! Darüber hinaus bestehen Bezüge zu dem noch unerschlossenen GGK-Archiv und zu dem bislang lediglich analog erschlossenen Archiv Daniel Spoerri, beide ebenfalls Teil der Graphischen Sammlung.
Publications :Ja

Akteure

Personen:BestandsbildnerIn / Personen / G / Gerstner, Karl / 1930 - 2017
 

Descriptors

Entries:  BestandsbildnerIn (Personen\G\Gerstner, Karl (1930 - 2017))
 

Containers

Number:5
 

Usage

Permission required:Reproduktionsbewilligung
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Archivmitarbeiter/-innen
 

URL for this unit of description

URL: https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=222278
 

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