SLA-ILG Ilg, Paul: Nachlass Paul Ilg, 1894 (ca.)-1957 (ca.) (Bestand)

Archive plan context


Identification

Call number :SLA-ILG
Title / Name :Ilg, Paul: Nachlass Paul Ilg
Creation date(s) :approx. 1894 - approx. 1957
Language :Deutsch
Size (free text description) :ca. 15-20 Archivschachteln und 3 Lfm Bücher

Context

History of the collection :Persönlicher Nachlass des Schriftstellers Paul Ilg aus dem Besitz seines Sohns, dem Kunstmaler Kaspar Ilg (23.01.1921-01.10.2011), und dessen Frau Anita Ilg. Nach dem Tod von Paul Ilg im Jahr 1957 wurde der Nachlass im Wohnhaus seines Sohns Kaspar Ilg in Hallau aufbewahrt und von diesem teilweise auch gesichtet, geordnet und beschriftet.
Biographical information :Geboren am 14. März 1875 als uneheliches Kind in Salenstein (Kanton Thurgau) wächst Paul Ilg zunächst bei den Grosseltern auf und wird nach deren Tod zum Verdingbuben. Nach der Schule in Rorschach und St. Gallen versucht er sich abwechselnd als Schlosser-, als Koch- und als Handelslehrling, bis er sich schliesslich für eine Banklehre in Neuenburg entscheidet, an der er aber ebenfalls scheitert. Von 1895 bis 1899 geht er seiner kaufmännischen Tätigkeit in St. Gallen, Zürich und in Kemptthal (in der Reklameabteilung der Firma Maggi, für die vormals schon Frank Wedekind Werbetexte verfasste) nach, daneben beginnt er mit ersten poetischen Versuchen und ist zwischenzeitlich als Sektretär der Landesausstellung 1896 in Genf tätig.
1900 zieht Paul Ilg nach Berlin, wo er zunächst als Redaktor bei der Zeitschrift "Die Woche" arbeitet, sich ab 1904 aber als freischaffender Schriftsteller und Journalist etabliert. Es erscheinen mit "Lebensdrang" (1906), "Der Landstörzer" (1909), "Die Brüder Moor" (1912) und "Das Menschlein Matthias" (1913) in rascher Folge seine bedeutenden Frühromane. Nach dem Kriegsausbruch kehrt Ilg 1914/15 in die Schweiz zurück, lässt sich in Zürich nieder und schreibt dort u.a. "Der starke Mann. Eine schweizerische Offiziersgeschichte" (1916), aber auch das Drama "Der Führer" (1919), das am Zürcher Stadttheater grosse Beachtung findet.
Nach dem Krieg pendelt Ilg zwischen Zürich und Berlin, wo 1921 sein Sohn Kaspar Ilg aus der ersten Ehe mit Elfriede Immelmann zur Welt kommt. Vier Jahre später zerfällt der Ehebund und Paul Ilg lernt 1926 Elise Fallet, geb. Hausammann, kennen, mit der er 1930 eine zweite Ehe eingeht. Bis 1931 wohnt das Paar in Überlingen, dann kehrt Ilg unter dem Eindruck des wachsenden Einflusses der Nationalsozialisten in die Schweiz zurück, zuerst nach Meggen, später nach Luzern. Es entstehen in dieser Zeit weitere Werke, darunter die Erzählungen "Das glückliche Paar" (1924), die Skizzen und Satiren "Der rebellische Kopf" (1926) und der Roman "Das Mädchen der Bastille" (1932).
1939 siedelt Ilg nach Uttwil am Bodensee (in seinem Heimatkanton Thurgau) über und zieht dort zuerst ins Haus des Schriftstellers Emanuel Stickelberger ein, bis er 1942 das Gartenhaus der Villa von Carl Sternheim bezieht, mit dem er eine enge Freundschaft pflegte. Während des zweiten Weltkrieges engagiert sich Ilg als Autor stark für Menschenrechte und schreibt zahlreiche Zeitgedichte und Aufsätze gegen den Nationalsozialismus und gegen die schweizerische Flüchtlingspolitik. Zugleich macht er sich an eine Neubearbeitung seiner frühen Romane als Gesamtausgabe, deren erster Teil 1941 unter dem Titel "Das Menschlein Matthias" von der Gotthard-Film AG als Spielfilm produziert wird.
Bis zu seinem Tod am 15. Juni 1957 ist Paul Ilg weiterhin schriftstellerisch tätig, vermag aber nicht mehr an seine frühen Erfolge anzuknüpfen.
Acquisition information :Schenkung
Erwerbsdatum:7/2/2013
Context information URL :Paul Ilg im NL Kleiber
Paul Ilg im DLA (Suche nach Paul Ilg)
Paul Ilg an Jakob Haringer

Collection structure

Genre of archival collection :Nachlass
Description of the archival collection :Der Bestand umfasst Werkmanuskripte (vorwiegend Prosa und Schauspiele) aus der zweiten Schaffensphase Paul Ilgs nach 1919; darunter befinden sich auch Vorstufen und Notizhefte zu den Werken. Der Briefbestand erstreckt sich über die gesamte Lebenszeit des Autors; neben beruflicher Korrespondenz findet sich auch zahlreiche Privatkorrespondenz mit der Familie (Mutter, Frau und Sohn) sowie mit der befreundeten Schriftstellerin Annemarie von Nathusius. An Lebensdokumenten sind wenige, aber die wesentlichsten Zeugnisse und Ausweise vorhanden, zudem ein Fotoalbum und zusätzliches Bildmaterial. Hinzu kommen Sammlungen von Belegexemplaren, Pressebelegen, Rezensionen, Nachrufen und Lexikonartikel sowie einigen Ephemera. Aus der Autorenbibliothek sind eine (nicht systematisch getroffene) Auswahl an Exemplaren überliefert.
Preferred method of citation :Schweizerisches Literaturarchiv (SLA), Bern. Nachlass Paul Ilg
Cataloguing level :detailliert
Finding aid author:Lisa Hurter, Magnus Wieland
Finding aids :HelveticArchives / online
Finding aid URL :http://nbn-resolving.org/urn:nbn:ch:bel-85205

Conditions governing use and acces

Acces restrictions :Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.

Sachverwandte Unterlagen

Publications :Bosch, Manfred: Leben und Werk des Thurgauers Paul Ilg. In: Bohème am Bodensee. Literarisches Leben am See von 1900 bis 1950. 3. erw. Aufl. Lengwil am Bodensee: Libelle 2007, S. 352-357.
Stern, Martin: Nachwort in Paul Ilg: Der starke Mann. Eine Schweizerische Offiziersgeschichte. Zürich: Buchclub Ex Libris 1981, S. 207-228.
Wieland, Magnus: Nachlass Paul Ilg. In: Passim. Bulletin des Schweizerischen Literaturarchivs 13 (2013), S. 17.

Akteure

Personen:BestandsbildnerIn / Personen / I / Ilg, Paul / 1875 - 1957
 

Descriptors

Entries:  BestandsbildnerIn (Personen\I\Ilg, Paul (1875 - 1957))
 

Containers

Number:3
 

Usage

Permission required:Reproduktionsbewilligung
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=664204
 

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