EAD-IVS IVS: Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz, 1984 (ca.)-2006 (ca.) (Bestand)

Archive plan context


Identification

Call number :EAD-IVS
Other Authors :Geografisches Institut der Universität Bern
Title / Name :IVS: Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz
Creation date(s) :approx. 1984 - approx. 2006
Note on the time period :Eckdaten der Dokumente
Size (in metres) :30.00

Context

History of the collection :Das Archiv des Inventars historischer Verkehrswege der Schweiz gelangte am 20. November 2017 vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) an die Graphische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek. Drei Jahre früher, am 17.03.2014, erklärte die ViaStoria AG
ihren Konkurs. Das umfangreiche Archivgut (rund 40 Umzugskisten) wurde danach im Bundesamt für Strassen zwischengelagert, bis die Modalitäten der Übernahme durch das Eidgenössische Archiv für Denkmalpflege, respektive die Graphische Sammlung der NB geklärt waren. Dem Bestand wurden Dokumente aus dem Archiv des IVS-Fachdienstleisters des Bundes, darunter sämtliche 1532 IVS-Planungsfälle der Jahre 1984 bis 2006 hinzugefügt. Weitere Unterlagen, insbesondere Dokumente zur Entwicklung der IVS-Methodik,kamen aufgrund von Recherchen des fachlichen Leiters der Archivierung während der Erschliessungsphase hinzu.
Die Umlagerung und Katalogisierung der Bestände begann am 27. November 2017 und dauerte bis Ende August 2018. Die fachliche Leitung lag bei Cornel Doswald, Fachexperte für historische Verkehrswege und ehemaliger IVS-Mitarbeiter.
Biographical information :Das Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz IVS wurde zum Schutz der historischen Verkehrswege in der Schweiz ins Leben gerufen. Die Grundlagen des Inventars entstanden in den Jahren 1984 bis 2003 im Auftrag des Bundes an der Universität Bern. Auftragnehmer war zunächst Prof. Klaus Aerni, Geographisches Institut der Universität, ab 2002 Prof. Christian Pfister, Historisches Institut. Die ausführende Fachorganisation benannte sich bis 2002 nach dem Inventar und nahm 2003 den Namen ViaStoria – Zentrum für Verkehrsgeschichte an.
Beim IVS handelt es sich um ein Bundesinventar nach Artikel 5 des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG, SR 451). Im Bundesinventar sind Wege erfasst, welche von nationaler Bedeutung sind und noch sichtbare historische Wegsubstanz aufweisen (rund 3'750 km). Diese Wege stehen unter besonderem Schutz. Im Inventar sind aber auch historische Wege erfasst, die nicht im eigentlichen Bundesinventar enthalten sind. Dies sind Wege, welche aus verkehrshistorischer Sicht zwar ebenfalls nationale Bedeutung aufweisen, von denen jedoch nur noch der historische Verlauf sichtbar ist (rund 6'800 km), sowie Wege von regionaler (voraussichtlich rund 11'500 km) oder lokaler Bedeutung (voraussichtlich rund 25'000 km), für welche die Kantone zuständig sind.
Auf der Rechtsgrundlage der Verordnung über das Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz (VIVS) sorgt das Bundesamt für Strassen ASTRA, Bereich Langsamverkehr, für die Erhaltung der historischen Verkehrswege von nationaler Bedeutung. Schwerpunkte dieser Aufgabe bilden die Aufsicht, die Ausrichtung von Bundesbeiträgen (Finanzhilfen) und die Fachinformation. Für die Aufnahme, die Bezeichnung, die Publikation und den Schutz von Objekten von regionaler und lokaler Bedeutung sind grundsätzlich die Kantone zuständig.
Das IVS enthält zu allen erfassten Wegen umfassende Informationen wie Verlauf, Zustand, bauliche Werte sowie historische Bedeutung. Diese Vielfalt an Informationen ist im Internet unter ivs-gis.admin.ch mit einem Geo-Informationssystem abrufbar.
Acquisition information :Schenkung
Erwerbsdatum:2017
Context information URL :Bundesinventar IVS

Collection structure

Genre of archival collection :Archiv
Description of the archival collection :Das Archiv des IVS umfasst Grundlagenmaterial der Erhebungen durchgeführt von den Mitarbeitenden der IVS-Organisation: Fangblätter der Feldaufnahmen, Pläne oder Landestopo-Karten mit Einträgen zu IVS-Objekten, Begehungsnotizen von Streckenabschnitten,Fotoabzüge, Negative, Kleinbilddias.
Der wertvollste Teil des Archivs besteht in der fotografischen Dokumentation des Zustands der historischen Verkehrswege im Bearbeitungszeitraum. Sowohl die in der IVS-Dokumentation enthaltenen, als auch zahlreiche mittlerweile zerstörte Objekte sind dokumentiert. Insgesamt handelt es sich um die grösste verfügbare Sammlung von Fotografien von Strassen, Wegen, Kunstbauten und Wegbegleitern der Schweiz, die teilweise thematisch aufbereitete Teilsammlungen enthält. Als Zustandsdokumentation im Zeitabschnitt von 1982-2003 ist sie ein Dokument des Landschaftswandels.
Ausserdem enthält der Bestand originale Feldaufnahmen zur IVS-Geländekarte in den nicht vollständig dokumentierten Kantonen. Und schliesslich auch aufschlussreiche Dokumente zur Entstehung der IVS-Methodik.
Die Dokumentation macht deutlich, dass ein hohes Bewusstsein für die latente Gefährdung der Objekte im Landschaftswandel eine treibende Kraft der Inventarisierungsarbeiten war.
Nach der Triage durch Cornel Doswald wurden ausschliesslich Originalmaterialien in das Archiv überführt. Dabei handelt es sich naturgemäss um Geländeaufnahmen und mit diesen in Verbindung stehende Unterlagen zur Inventarisierungsmethodik.
Abstract :Mit Ausnahme der Kantone Waadt und Genf sind Geländedokumente aus allen Kantonen vorhanden. Nicht alle liegen allerdings im EAD: Die Geländeaufnahmen der Kantone Luzern, Graubünden., Tessin und Wallis befinden sich ganz oder teilweise bei jeweiligen kantonalen Fachstellen.
Das Fotomaterial der Jahre 1982 bis 2003, das auch Vorarbeiten für das IVS umfasst, scheint relativ vollständig überliefert worden zu sein. Bis in die späten 1990er Jahre waren Schwarzweiss-Negative das Standard-Fotomaterial. Es sind auch zahlreiche Farbdiapositive vorhanden, die zunächst vor allem für Präsentationszwecke, in den letzten Jahren bis 2003 aber zu Dokumentationszwecken angefertigt worden sind. Digitale Fotografien wurden für das IVS bis 2003 nicht erstellt. Hingegen sind sämtliche Fotografien,die im IVS veröffentlicht worden sind, auch in nachträglich digitalisierter Form vorhanden.
Die Original-Feldaufnahmen, das heisst die Manuskript-Feldkarten, die Feldbücher und die Krokis der Jahre 1982 bis 2003, liegen in den meisten Kantonen nur lückenhaft vor. Während die Inhalte der Feldkarten in die publizierte IVS-Geländekarte eingearbeitet worden sind, enthalten Feldbücher und Krokis dazugehörige Informationen, die in den nicht mitfinanzierenden Kantonen nicht publiziert worden sind. Zahlreiche Krokis sind noch im Originalformat erhalten, während sie in der IVS-Dokumentation nur unmassstäblich oder stark verkleinert publiziert werden konnten. Ausserdem existieren auch noch die sehr detailreichen Vermessungspläne, die von verschiedenen substanzreichen Objekten aufgenommen wurden, aber wegen ihrer Grösse gar nicht ins IVS übernommen werden konnten.
Der Bestand enthält auch eine vollständige IVS-Dokumentation für alle Kantone, Stand Ende 2003, wie sie für die Abgabe an das ASTRA ausgedruckt worden ist.
Die Entwicklung der IVS-Methodik ist durch einige in den Regionalgruppen und bei einzelnen Mitarbeitenden aufbewahrte Aktenkonvolute für die Jahre 1982 bis 1992 sehr gut, wenn auch nicht lückenlos abgedeckt.
Preferred method of citation :Schweizerische Nationalbibliothek, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege (EAD): Archiv IVS
Note on the cataloguing :Die Entstehung des Bestandes bildet eine wesentliche Voraussetzung für die Art und Weise der Erschliessung. Die IVS-Fachorganisation der Universität Bern hat nie ein eigenes Archiv geführt. Eine teilweise geordnete zentrale Aufbewahrung der Originaldokumente bestand nur für die Schwarzweiss-Negative der regionalen Geländebearbeiter*innen. Alle übrigen Materialien verblieben in den Regionalbüros. Diese Materialien wurden im Zug der Auflösung von Regionalbüros teilweise zusammengezogen, aber nie erfasst.
Die Ablage des Materials wurde teilweise durch die jeweils gültige Form der IVS-Dokumentation bestimmt (bis 1996 kartenblattweise gemäss dem Blattschnitt der Landeskarte 1:25'000, ab 1997 nach Kantonen oder Kantonsteilen grösser Kantone).
Aufgrund der heterogenen Zusammensetzung des Bestandes wurde keine Homogenisierung der ursprünglichen Ordnung und Vereinheitlichung der Ablage vorgenommen. Stattdessen erfolgte eine Beschlagwortung nach geopolitischen Daten (Kanton, Gemeinde, Ort, Flur, Strasse, insbesondere Passstrasse mit Eigennamen), Landeskartenblatt, Bearbeitungszeitraum und Autor*in. IVS-Dokumentationen wurden geschlossen umgelagert.
Das fotografische Material wurde aus konservatorischen Gründen vom Rest getrennt, mit einer Ausnahme: wenn es in einer IVS-Dokumentation enthalten ist (was nur bei den frühesten Dokumentationen der Fall war), wurde es mit dieser abgelegt. Schwarzweiss-Negativstreifen und zugehörige Fotolisten werden immer zusammen aufbewahrt. Die Diapositive wurden seit den Anfängen des IVS durch Beschriftung der Rahmen datiert und lokalisiert und sind dadurch leicht identifizierbar.
Die IVS-Planungsfälle, also die Begleitung von laufenden Planungen und Projekten, die während der Erstellung des IVS bearbeitet wurden, sind vollständig erhalten und durch eine eigene Katalogdatenbank gut erschlossen.
Cataloguing level :teilweise

Conditions governing use and acces

Acces restrictions :Konsultation vor Ort auf Voranmeldung
Language use :Deutsch
 

Descriptors

Entries:  BestandsbildnerIn (Körperschaften\U\Universität Bern. Historisches Institut)
 

Containers

Number:11
 

Usage

Permission required:Reproduktionsbewilligung
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Archivmitarbeiter/-innen
 

URL for this unit of description

URL: https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=1162824
 

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