SLA-Späth Späth, Gerold: Archiv Gerold Späth, 1950-2010 (Bestand)

Archive plan context


Identifikation

Signatur:SLA-Späth
Titel:Späth, Gerold: Archiv Gerold Späth
Entstehungszeitraum:1950 - 2010
Sprache:Deutsch

Kontext

Biografische Angaben:Gerold Späth, geboren 1939 in Rapperswil SG, stammt aus einer Orgelbauer-Familie. Er machte eine Ausbildung als Exportkaufmann und hielt sich u.a. in London auf, bevor er sich für die Schriftsteller-Karriere entschied. Gerold Späth ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt heute mehrheitlich in Irland und Italien.
Aufsehen erregte er mit seinem Romanerstling Unschlecht, der 1970 im Arche-Verlag erschien, später dann wieder (wie die meisten Bücher) bei S. Fischer und Lenos verlegt wurde. Ein Grossteil seiner Prosatexte stützt sich auf seine Herkunftsgemeinde ab,die u.a. als "Spiessbünzen" und "Barbarswila" ins Groteske und Satirische verzerrt wird. Späth geht zunächst von Formen des Schelmenromans (Unschlecht, Balzapf) aus, führt seine literarische Kleinstadt-Topographie aber in einer Vielfalt von Formen wie Zyklen von lose verbundenen Einzelgeschichten (Commedia, Sindbadland, Barbarswila) oder tagebuchartigen Aufzeichnungen (Aufzeichnungen eines Fischers) weiter.
Die Romane sind charakterisiert durch sprachmächtige, klangmalerische, sinnenfreudige, 'barocke' Spielformen des Erzählens, deren Verwandtschaft mit Günter Grass' Schreiben früh bemerkt wurde. Die literarische Affinität verband sich mit einer Freundschaft – und Späth wurde mit dem von Grass gestifteten Alfred Döblin-Preis (1979) ausgezeichnet. Weitere wichtige Preise waren der Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis (1970), der Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1983), Georg-Mackensen-Literatur-Preis (1984), Preis für Schweizer Theatermacher (1990), Kulturpreis des Kantons St. Gallen (2002), Gottfried-Keller-Preis (2010).
Neben dem umfangreichen Prosawerk etablierte sich Späth auch erfolgreich als Hörspiel-Autor, u.a. mit Dialektfassungen und dialektalen Umarbeitungen klassischer Dramen, sowie als Feuilletonist für diverse Tageszeitungen – darunter auch Essays und (Reise-)Reportagen für die NZZ. Für diese Leistungen erhielt der Autor den Internationalen Pressepreis der Stadt Rom (1984) sowie den Hörspielpreis der Stiftung Radio Basel (1987).
Art des Erwerbs:Ankauf
Erwerbsdatum:1/9/2020

Inhalt und innere Ordnung

Art des Bestands:Archiv
Bestandsbeschreibung:Da Gerold Späth bis heute ohne alle EDV auskommt, handelt es sich um eines der letzten grossen Papierarchive, das ausschliesslich hand- und maschinenschriftliche Dokumente aufweist, die bis zu den Anfängen seiner Schriftstellerei (unter dem Pseudonym «Stadtbachel») in den 1950er-Jahren zurückreichen und den Arbeitsprozess über alle Entstehungsstufen eines Textes variantenreich dokumentieren: Zettel mit Entwürfen, verschiedene Fassungen, Korrekturfahnen, oft mit intensiven handschriftlichen Bearbeitungsspuren. Darunter befinden sich auch etliche unpublizierte Texte. Zudem liegen diverse Materialsammlungen als Prä- und Kontexte der Werke sowie umfassende Pressebelegsammlungen zu denselben vor. Auch die Korrespondenz, die neben der Berufs- und Verlagskorrespondenz auch Kontakte zu Schriftstellern (u.a. Grass, Köpf, Hildesheimer) und Kritikern (Arnold, Höllerer, Raddatz) umfasst, erfolgt bis heute ausschliesslich über den Papierweg. Eigene Briefe sind z.T. in Kopie erhalten.
An Lebensdokumenten finden sich neben Fotografien und den wichtigsten Ausweisen und Urkunden auch die Unschlecht-Schreibmaschine sowie wegweisende Dokumente aus der Schulzeit wie Aufsatzhefte oder ein Rapperswiler Geschichtsbuch. Hinzu kommt eine Sammlung von Tonträgern mit Hörspielen sowie werkbiographisch interessanten Aufnahmen (u.a. Orgelmusik).
Bevorzugte Zitierweise:SLA-Späth
Erschliessungsgrad:nicht erschlossen
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL:https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=1569517
 

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