SLA-Künzli Künzli, Arnold: Archiv Arnold Künzli, 1919-2008 (Bestand)

Archive plan context


Identification

Call number:SLA-Künzli
Title:Künzli, Arnold: Archiv Arnold Künzli
Creation date(s):1919 - 2008
Note on the time period:Eckdaten der Dokumente
Language:Deutsch
Size (free text description):211 Archivschachteln
Size (in metres):22.00
Digital copy:
Caption:Arnold Künzli, ca. 2004 (Foto: Peter Friedli)

Context

History of the collection:Arnold Künzli wandte sich am 29. November 1991 mit der Anfrage an das Schweizerische Literaturarchiv in Bern (SLA), ob dieses Interesse an seinem Archiv hätte. Seinem Schreiben legte er ein zwölfseitiges Inventar bei. Am 10. Januar 1992 besuchte er das SLA, und am 4. Juni 1992 besichtigte Thomas Feitknecht, Leiter des SLA, seinerseits Künzlis Archiv in Zürich. Im Anschluss an diese vorbereitenden Gespräche hielt Künzli am 12. Juni 1992 in einem Brief fest, er wäre „gerne bereit, einen Vorlassvertrag mit dem SLA abzuschliessen“. Im Mai 1993 unterzeichneten Arnold Künzli auf der einen und Alfred Defago, Direktor des Bundesamts für Kultur, auf der anderen Seite eine Vereinbarung: Künzli schenkte zu einem symbolischen Preis dem SLA sein Archiv. Im Verlauf des Jahres 1996 gelangte ein erster Teil der Materialien (darunter die umfangreiche Korrespondenz) ins SLA. Stefan Boehmer war für die erste, vorläufige Archivierung zuständig. Im September 1997 erfolgte eine zweite Übernahme von Dokumenten.
Biographical information:Journalist, Professor für Philosophie der Politik, Publizist.
Biographie: Am 15.6.1919 in Zürich geboren, verbrachte Arnold Künzli seine Kindheit bis zum elften Lebensjahr in Zagreb. Nach der Rückkehr in die Schweiz und dem Besuch des Progymnasiums und Gymnasiums in Bern von 1931-1938 studierte er während des Zweiten Weltkriegs an der Universität Zürich Philosophie, Germanistik und Romanistik. Im Privatstudium widmete er sich dank Kontakten zum Zürcher Kreis der Jungianer der Tiefenpsychologie. Nach seiner Promotion 1945 mit der Arbeit "Über das Problem der Angst in Leben und Werk von Sören Kierkegaard" war er von 1946-1955 Auslandkorrespondent der Basler "National-Zeitung" in Rom, London und Bonn, dann von 1956-1962 Inlandredaktor in Basel. 1964 habilitierte sich Arnold Künzli an der Universität Basel mit der Arbeit "Karl Marx. Eine Psychographie". Von 1971 bis zu seiner Emeritierung 1984 war er Professor für Philosophie der Politik an der Universität Basel. Bei seiner akademischen und publizistischen Tätigkeit, deren Schwerpunkt bei der Auseinandersetzung mit den politischen Theorien des Marxismus und Sozialismus liegt, stand Arnold Künzli in engem Kontakt mit Autoren und Autorinnen, Politikern und Politikerinnen sowie Philosophen und Philosophinnen im In- und Ausland. Am 29.2.2008 starb Arnold Künzli in Bern.
Acquisition information:Ankauf
Date of Acquisition:1993
URL Kontextinformationen:Bibliographie zu Arnold Künzli

Collection structure

Genre of archival collection:Archiv
Description of the archival collection:Manuskripte, Briefe und Lebensdokumente. Nach dem Tod Arnold Künzlis gelangte der vertraglich vereinbarte Restbestand seines Archivs, das sich in seinem Haus in Bremgarten bei Bern befand, ins SLA. Es umfasste neben der gesamten Bibliothek Unterlagen aus der Basler Universitätszeit (Seminar- und Vortragsmaterialien), umfangreiche Materialsammlungen zu zahlreichen Themen und Personen, mit denen sich Künzli beschäftigt hatte, Korrespondenzen sowie persönliche Papiere (Tagebücher, Reisejournals, amtliche Schriftstücke).
Arnold Künzlis Korrespondenz - Briefe von und an ca. 1'250 Personen - mit u.a. Alphonse Aeby Fritz, René Allemann, Ulrich Becher, Richard F. Behrendt, Peter Bichsel, Heinrich Böll, François Bondy, Donald Brinkmann, Roman Brodman, Carl J. Burckhardt, Cesare Cases, Walter Robert Corti, Walter Fabian, Robert Faesi, Robert Federspiel, Iring Fetscher, Hans Fleig, Horst und Eva Flügge, Otto und Ruth Frei, Alexander M. Frey, Max Frisch, Erich Fromm, Johann Galtung, Manuel Gasser, Hans Georg Giger, Hermann Levin Goldschmidt, Eduard Goldstücker, Helmut Gollwitzer, Danko und Eva Grlic, Werner Johannes Guggenheim, Carl Gustav Jung, Max Hagemann, Robert Havemann, Th. Heim, Fritz Hochwälder, Rolf Hochhuth, August E. Hohler, Felix Philipp Ingold, Jolande Jacobi, Dieter Jähnig, Walter Janka, Karl Jaspers, Ursula Jauch, Robert Jungk, Werner Kaegi, Irmgard Kaeser, Gerd-Klaus Kaltenbrunner, Peter Keckeis, Franz Keller, George Kennan, Hans Klein, Otto Kopp, Karl Kränzle, Felix Langer, Norbert Leser, Max Eduard Liehburg, Ferdinand Lion, Klaus Litwan, Georg Lukacs, Franca Magnani, Golo Mann, Kurt Marti, Niklaus Meienberg, Walter Muschg, Konrad von Orelli, Paul Parin, Arno Peters, Asja und Gajo Petrovic, Annemarie Pieper, Léon Poliakov, Ulrich von Pufendorf, Marcel Reich-Ranicki, Alfred Ribi, Hans Rütter (Ps. Hans F. Geyer), Max Rychner, Jean Rudolf von Salis, Hans Saner, Ulrich Schacht, Adam Schaff, Ernst von Schenk, Alexander J. Seiler, Martin Stern, Peter Stratenwerth, J. Streuli, Rudi Supek, Godi Suter, Jürgen Tomei, Christoph Türcke, Adrien Turel, Peter Ulrich, Fritz Vilmar, Paul Ignaz Vogel, Walther Vogt, Marek Waldenberg, Martin Walser, Otto F. Walter, Ernst Wehrli, Peter Weidkuhn, Jeanette Weiss-Rykart, Chantal Wicki, Urs Widmer, Elisabeth Wiskemann, Gerhard Zwerenz.
Preferred method of citation:Schweizerisches Literaturarchiv (SLA): Archiv Arnold Künzli
Cataloguing level:detailliert
Note on the cataloguing:Als Arnold Künzli dem SLA seine Manuskripte, Briefe und Lebensdokumente überreichte, verstaute er die zahlreichen Dossiers und Klarsichtmäppchen in ein halbes Dutzend von Bananen- und Kartonschachteln. Dazu kamen diverse Zeitungsbündel, alle in braunes Papier eingewickelt und mit weisser Schnur gebunden. Das für den Transport bereitgestellte Material gab eine plastische Vorstellung von der Fülle seines Archivs. Beim Auspacken bestätigte sich ein nächster Eindruck: der sorgfältige Umgang mit den eigenen Dokumenten. Künzli versah sämtliche Dossiers mit einer Etikette, auf denen er genau verzeichnete, was sie enthielten. Die klare Ordnung erlaubte eine rasche Inventarisierung, die sich strikte an die Angaben des Autors hielt. Ebenfalls beibehalten wurden Künzlis Kriterien, was unter einem thematischen Dossiers zu gelten habe, das heisst, es wurden weder Dossiers zusammengelegt, noch aufgelöst. Für die grobe Gliederung des Archivs hingegen hält sich das Inventar an die geltenden Erschliessungsgrundsätze des SLA.
Einen wichtigen Bestandteil des Archivs bildet die Korrespondenz (B). Die Liste seiner Briefpartner und partnerinnen umfasst mehr als 1'250 Namen. Bieten die Briefe vorerst einen eher disparaten Einblick in das wissenschaftliche und vor allem politische Schaffen, lässt sich dieses anhand der reichen Sammlung von Lebensdokumenten (C), die den beruflichen Werdegang als Journalist und Professor spiegeln, detailliert erschliessen. Die Belegexemplare der Zeitungsartikel (D) und die Manuskripte der philosophischen Arbeiten (A) dokumentieren nahezu vollständig sein publizistisches Engagement.
Entgegen den Gepflogenheiten gliedert sich die Korrespondenz nicht in die üblichen Kategorien "Briefe des Autors" (B-1) und "Briefe an den Autor" (B-2), sondern hält sich wiederum an die Vorgaben von Arnold Künzli. Für jede Person, mit der er schriftlich Kontakt hatte, legte er einen Briefwechsel an, indem er die Durchschläge seiner auf der Schreibmaschine verfassten Briefe zu den an ihn adressierten Schreiben hinzufügte. Diese einfache und zweckmässige Ablage ergibt eine alphabetische Liste seiner Briefpartner und -partnerinnen, wobei innerhalb eines einzelnen Namens das Prinzip der Chronologie zählt. Im EAD-Inventar wird die Korrespondenz in den Konvoluten B-4 verzeichnet. Die archivarische Erschliessung des Archivs erfolgte von 1998 bis 1999 mit grosszügiger Unterstützung der Silva-Casa Stifung innerhalb des Projekts "Zeitgeschichte im SLA" und wurde von Roger Sidler vorgenommen.
Nach dem Tod Arnold Künzlis gelangte der vertraglich vereinbarte Restbestand seines Archivs, das sich in seinem Haus in Bremgarten bei Bern befand, am 18. April 2008 ins SLA. Es umfasste neben der gesamten Bibliothek in erster Linie Unterlagen aus der Basler Universitätszeit (Seminar- und Vortragsmaterialien), umfangreiche Materialsammlungen zu zahlreichen Themen und Personen, mit denen sich Künzli beschäftigt hatte, Korrespondenzen sowie persönliche Papiere (Tagebücher, Reisejournals, amtliche Schriftstücke). Nach einer Sichtung des Bremgartener Nachlasses wurde beschlossen, die neuen Archivalien in das bestehende Nachlassverzeichnis zu integrieren und nicht als gesonderte Nachlieferung zu behandeln. Dieser Entscheid macht deshalb Sinn, weil Künzli die alten Ordnungskriterien für seine Materialien bis zum Schluss beibehielt. Entsprechend problemlos liessen sich die Dokumente den bestehenden Verzeichniskategorien zuordnen. Im Frühjahr 2010 fand die Umlagerung statt, die Brigitte Althaus nach einem Inventarplan von Roger Sidler durchführte.
Finding aid author:Roger Sidler und Brigitte Althaus
Finding aids:HelveticArchives / online
Finding aid URL:https://nbn-resolving.org/urn:nbn:ch:bel-94155

Conditions governing use and acces

Acces restrictions:Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.

Related documents

Publications:Nachfragen und Vordenken: intellektuelles Engagement bei Jean Rudolf von Salis, Golo Mann, Arnold Künzli und Niklaus Meienberg / Sibylle Birrer, Reto Caluori, Kathrin Lüssi, Roger Sidler ; [Vorw. von: Thomas Feitknecht und Urs Bitterli]. Zürich: Chronos-Verlag, 2000
Sidler, Roger: Arnold Künzli: Kalter Krieg und "geistige Landesverteidigung" - eine Fallstudie. Zürich: Chronos-Verlag, 2006
 

Descriptors

Entries:  BestandsbildnerIn (Personen\K\Künzli, Arnold (1919-2008))
 

Containers

Number:5
 

Usage

Permission required:-
Physical Usability:-
Accessibility:-
 

URL for this unit of description

URL: https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=165088
 

Social Media

Share
 
Home|Login|de en fr it
HelveticArchives