SLA-Noll Noll, Peter: Nachlass Peter Noll, 1935 (ca.)-1985 (ca.) (Bestand)

Archive plan context


Identification

Call number:SLA-Noll
Title:Noll, Peter: Nachlass Peter Noll
Creation date(s):approx. 1935 - approx. 1985
Language:Deutsch
Size (free text description):24 Archivschachteln
Digital copy:
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Caption:(1) Titelblätter von Max Frischs Blaubart bzw. Tagebuch 1982, Korrespondenz sowie der letzte Eintrag im Kalender Peter Nolls 1982. (Foto Simon Schmid, NB) - (2) Peter Noll, im Park des Château de Sceaux, Sommer 1946

Context

History of the collection:Der literarische Nachlass von Peter Noll ist nach dessen Tod von seiner älteren Tochter Rebekka Noll geräumt worden und blieb bis 1985 bei ihr. Als Rebekka Noll nach Kalifornien auswanderte, wurde der Bestand bei ihrer Mutter in Zürich eingestellt. Nach deren Tod 2016 ist der Bestand nach Long Beach gelangt, wo er nochmals kondensiert wurde. Rebekka Noll hat den Nachlass 2019 mit Ausnahme der persönlichen Dokumente (Briefe, Bücher, Alben) von Kalifornien nach Bern verfrachtet.
Biographical information:Peter Noll (* 18. Mai 1926 in Basel; † 9. Oktober 1982 in Zürich) war ein Schweizer Jurist, der politisch und persönlich als moralische Instanz der Schweiz publizierte und gelesen worden ist. In Basel besuchte er das Humanistische Gymnasium. Seit der Schulzeit schrieb er lyrische, satirische und dramatische Texte. Nach der Matura studierte er Rechtswissenschaft. Nach Praktika am Bezirksgericht Arlesheim und am Obergericht in Liestal wurde er 1955 Privatdozent an der Universität Basel, 1961 Professor in Mainz und erhielt 1969 einen Ruf als Professor für Strafrecht an die Universität Zürich. Als Mitverfasser des Allgemeinen Teils des deutschen Strafgesetzbuchs und als Verfasser des Werks "Schweizerisches Strafrecht. Allgemeiner Teil" (1981) hat er juristische Grundlagenwerke geschaffen. Neben seinen zahlreichen juristischen Veröffentlichungen herausragend ist die Dokumentation der Lebensläufe von zum Tode verurteilten Landesverrätern (Landesverräter. 17 Lebensläufe und Todesurteile, 1980). Bekannt wurde Peter Noll über seine Disziplin hinaus vor allem durch drei literarische Bücher, die postum erschienen: Das Brevier "Der kleine Machiavelli. Handbuch der Macht für den alltäglichen Gebrauch", ein zusammen mit seinem Freund Hans Rudolf Bachmann (1930–1989) in Anspielung auf Niccolò Machiavellis "Il principe" (1513) verfasstes kurzweiliges Buch über die Spielregeln der Karriere.
Seine Krebsdiagnose erhielt Peter Noll 1981, und er lehnte eine Operation ab. Während seiner Krankheit verfasste er die "Diktate über Sterben und Tod", die postum 1984 von seinem Freund Max Frisch ediert und in kurzer Zeit zum Kultbuch wurden. In der ihm verbleibenden Zeit vom 28. Dezember 1981 bis zum 30. September 1982 hielt Noll diese eindrücklichen tagebuchartigen Aufzeichnungen in der Form von Diktaten fest, die seine persönlichen Erfahrungen des Sterbens in Reflexionen über das Verhältnis von Individuum und moderner Industriegesellschaft ausführen.
Ebenfalls posthum erschienen seine Gedanken zu "Unruhe und Ordnung" 1985, eine Sammlung von Aufsätzen zu Strafrechtsfragen unter ethischen und rechtsgeschichtlichen Gesichtspunkten. Schliesslich wurde 1991 unter dem Titel "Vom übermässigen Gebrauch der Wahrheit" eine Sammlung von Erzählungen, Fabeln und Dialogen aus dem Nachlass veröffentlicht. Peter Noll fand auf dem Friedhof Enzenbühl seine letzte Ruhestätte.
Acquisition information:Schenkung
Date of Acquisition:2019

Collection structure

Genre of archival collection:Nachlass
Description of the archival collection:Der literarische Nachlass enthält frühe Typoskripte aus den 1940er Jahren, Erzählungen, Fabeln, Satiren, die Dramen "Die Partisanen" und "Jericho", auch Hörspiele, erste Publikationen, das Typoskript der "Diktate über Sterben und Tod", die unveröffentlichte Satire "Wilhelm Tell. Science Report", die Peter Noll mit den beiden Brüdern Hans und Markus Noll, beide Molekularbiologen, verfasste, Materialien und Korrespondenzen zur Landesverräter-Dokumentation mit Hans-Ulrich Jost und Niklaus Meienberg. Dazu kommen Vorträge zu weiteren juristischen Themen wie dem Schwangerschaftsabbruch, zu Recht und Sittlichkeit sowie zur Sterbehilfe. Die Korrespondenz der letzten zwei bis drei Lebensjahre mit Gottfried Honegger, Max Frisch, Georg Feigenwinter und Siegfried Unseld, aber auch Berufskorrespondenz. Die Lebensdokumente enthalten seine Krankenmappe, ein graphologisches Gutachten und eine Schachtel mit alten Familienfotos sowie eine gewidmete Kopie des Nekrologs von Max Frisch. In den Sammlungen befinden sich auch ein Typoskript von Max Frischs "Blaubart" mit Annotationen und Gedichtkonvolute von Kuno Raeber sowie Dokumente zu Nolls Andenken.
Preferred method of citation:Schweizerisches Literaturarchiv: Nachlass Peter Noll
Cataloguing level:detailliert
Note on the cataloguing:Erschliessung mit Unterstützung des Vereins zur Förderung des Schweizerischen Literaturarchivs
Finding aid author:Dominik Kawa
Finding aids:HelveticArchives / EAD-Online-Inventar

Conditions governing use and acces

Acces restrictions:Konsultation nach Voranmeldung nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.
 

Descriptors

Entries:  BestandsbildnerIn (Personen\N\Noll, Peter (1926-1982))
 

Containers

Number:2
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=1471887
 

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