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SLA-GL Leutenegger, Gertrud: Archiv Gertrud Leutenegger, 1956-2025 (Bestand)
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| Call number: | SLA-GL |
| Title: | Leutenegger, Gertrud: Archiv Gertrud Leutenegger |
| Creation date(s): | 1956 - 2025 |
| Language: | Deutsch |
| Size (free text description): | 35 Standard- und 2 Sonderformat-Schachteln |
| Note: | Die im Januar 2026 erfolgte Nachlieferung ist noch nicht verzeichnet. |
| Digital copy: |
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| Caption: | Porträt Gertrud Leutenegger von Yvonne Böhler, 2011 |
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Context |
| Biographical information: | Gertrud Leutenegger wurde am 7.12.1948 in Schwyz als Tochter von Anny Leutenegger-Marty und Max Leutenegger, Chefredaktor der Schwyzer Zeitung, geboren. Wie ihre ältere Schwester, die Literaturkritikerin Beatrice Eichmann-Leutenegger, besuchte sie in Schwyz die Schulen. Sie erwarb ein Diplom als Kindergärtnerin im Theresianum Ingenbohl, schloss daran 1970 einen Sprachaufenthalt in Florenz und fand eine Stelle als Erzieherin in einer Florentiner Familie. Nach ihrer Rückkehr arbeitete sie im Pressedienst der Pro Helvetia und besuchte Vorlesungen an der Universität Zürich und an der ETH, unter anderem die Schreibwerkstatt bei Adolf Muschg. Darauf fand sie Arbeit in der psychiatrischen Klinik auf der Rheinau, wirkte als Kustodin im Nietzsche-Haus in Sils Maria und begann dort im Sommer 1973 mit der Niederschrift ihres ersten Romans Vorabend. Dieser erzeugte einiges Aufsehen im Literaturbetrieb, trug ihr einhellige Anerkennung und glänzende Rezensionen ein, so von Rolf Michaelis (DIE ZEIT).
Nach dem Winter 1973/74 in Berlin kehrte sie nach Zürich zurück, arbeitete als Kindergärtnerin in Uetikon am See, nahm 1976-79 das Studium an der Schauspielakademie Zürich auf und schloss es mit dem Diplom für Regie ab, einschliesslich einer Regieassistenz bei Jürgen Flimm am Hamburger Schauspielhaus. Während dieser Jahre wohnte sie in der alten Mühle in Uetikon am See, ein weiteres Jahr ebenfalls dort in der Oeltrotte.
Im Dezember 1979 zog sie sich aus dem Theater zurück und entschied sich bedingungslos für die prekäre Existenz als Schriftstellerin. Bis zum 30. November 1980 lebte sie in der Mühle beim Letziturm in Sattel SZ, dann zog sie für vier Jahre nach Miège im Unterwallis. Mit den Schweizer Literaten Giovanni Orelli, Maurice Chappaz und Walter Kauer unternahm sie 1981 eine grosse Chinareise. Vom Unterwallis zog Gertrud Leutenegger 1984 in den Süden, nach Cabbio ins Valle di Muggio, wo sie in der Casa Bacciarini lebte. 1985 weilte sie in Rom, 1987 mehrere Monate in Japan. 1989 heiratete sie den Architekten Jürg von Wartburg und übersiedelte mit ihm und der im August geborenen Tochter Sophie gegen Ende des Jahres nach Rovio. Im Tessin entstanden die Romane Kontinent (1985), Meduse (1988) und Acheron (1994). Die Tessiner Jahre spielen auch in ihren Romanen Pomona (2004) und Späte Gäste (2020) eine eminente Rolle. 2000 kehrte sie nach Zürich zurück, wo sie auf der Klusegg lebte, bis sie 2025 ihren Lebenskreis in der Innerschweiz beschloss.
Seit 2010 war Gertrud Leutenegger Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Sie erhielt ein Stipendium der Landis&Gyr-Stiftung für deren Schreibatelier in London, das ihren Roman Panischer Frühling grundiert. Zahlreiche, bedeutende Preise wie der Ingeborg-Bachmann-Preis (1978), der Droste Preis der Stadt Meersburg (1979), den Preis der Schweizer Schillerstiftung (1986), den Literaturpreis der Innerschweiz (1999), der Buchpreis der Schillerstiftung (2004) für Pomona, der Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank für Matutin (2009) bezeugen die internationale Anerkennung ihres Werks. Sie war 2014 auf der Short-List für den Deutschen Buchpreis, erhielt den Kunstpreis Zollikon (2021) und den Solothurner Literaturpreis (2023) und den Kunstpreis der Stadt Zürich (2024). In allen Standardwerken zur Gegenwartsliteratur wird ihr Werk erwähnt und sie ist in den Literaturgeschichten als Autorin hochgeschätzt. |
| Acquisition information: | Ankauf |
| Date of Acquisition: | 11/20/2026 |
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Collection structure |
| Genre of archival collection: | Nachlass |
| Description of the archival collection: | Das Archiv von Gertrud Leutenegger ist im 21. Jahrhundert eines der seltenen, reinen Papierarchive. Die Manuskripte und Typoskripte sind ab 1991 gleichförmig überliefert. Erhalten sind die Hauptphasen des Schaffensprozesses seit Acheron (1994) bis hin zu Späte Gäste (2020). Die Manuskripte und Typoskripte der Romane der ersten Schaffensjahre Vorabend, Ninive, Lebewohl, gute Reise, Gouverneur, Komm ins Schiff, Kontinent und Meduse sind hingegen nicht erhalten, weil sie diese nach der Publikation des Buchs verbrannt oder in verschiedenen Seen versenkt hat. Die erhaltenen Dokumente zeigen den Schreibprozess: Klare Entwurfshandschriften sind in 18 Wachstuchheften im Oktavformat überliefert, Reinschriften mit der elektrischen IBM Schreibmaschine aller Werke dokumentieren den Arbeitsprozess.
In sechs Wachstuchheften im Oktavformat sammelte die Autorin Bilder, Zitate, Fotografien, Postkarten für die Einstimmung auf die Werke. Das Archiv enthält Aufzeichnungen, Klebehefte und reichhaltige Korrespondenz.
Hervozuheben sind unveröffentliche Aufzeichnungen, ausgefertigt als Typoskripte, sie entstehen seit 1975 fortlaufend: Traumbuch und Kargador, und die Moleskine-Büchlein zu den regelmässigen Aufenthalten: Das Buch St. Luc (seit 2006) und Das Buch Bedigliora, Malcantone 2005-21, beide ebenfalls unpubliziert.
Ihre analoge Korrespondenz ist nur weitgehend einseitig (B-2), aber reichhaltig und breit überliefert. Darunter sind prominente Autoren wie Herbert Achternbusch, Jeremy Adler, Erika Burkart, Maja Haderlap, Ernst Halter, Giovanni Orelli, Sibylle Lewitscharoff mit zahlreichen Briefen vertreten, und einzelne Briefe von Herbert Achternbuch, Elias Canetti, Peter Handke, Peter Hamm, Niklaus Meienberg, Alfred Kolleritsch und Urs Widmer. Sie hat mit bedeutenden Kritikerinnen und Kritikern wie Beatrice von Matt, Marcel Reich-Ranicki, Werner Weber und den Suhrkamp-Lektoren korrespondiert, wie auch mit der legendären Sekretärin Unselds Burgel Zeh «Hasenkorrespondenz» geführt. Herauszuheben sind die Briefwechsel mit Jean-Marc Lovay und mit Madeleine Hohl-de Weiss. Die persönlich wichtigsten Briefe sind im sog. chinesischen «Überlebensköfferchen» verborgen. In den letzten Jahren führte Leutenegger ihre Korrespondenz meist digital, erachtet diese aber nicht als archivgeeignet.
Ihre Lebensdokumente umfassen einige Dutzend Porträts-Fotografien, Dokumentationen ihrer Projekte an der Schauspielakademie, bis hin zu den Zeugnissen und Diplomen des Grossvaters Max Leutenegger und historische Fotografien aus der Familiengeschichte wie das Spracheninstitut der Leuteneggers in Schinznach 1901-1929.
Die Sammlungen umfassen Rezensionen der Werke, Artikel über die Autorin, Tonaufnahmen, Belege der übersetzen Bücher, einige wissenschaftliche Arbeiten zu ihrem Werk und Fotografien. |
| Preferred method of citation: | Schweizerisches Literaturarchiv (SLA), Bern. Archiv Gertrud Leutenegger |
| Cataloguing level: | detailliert |
| Finding aid author: | Chantal Marbach |
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Conditions governing use and acces |
| Acces restrictions: | Auf Anfrage und Voranmeldung |
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Akteure |
| Personen_BestandsbildnerIn: | Leutenegger, Gertrud / 1948-2025 |
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Descriptors |
| Entries: | BestandsbildnerIn (Personen\L\Leutenegger, Gertrud (1948-2025)) |
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Containers |
| Number: | 8 |
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Usage |
| Permission required: | Keine |
| Physical Usability: | Uneingeschränkt |
| Accessibility: | Öffentlich |
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URL for this unit of description |
| URL: | https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=1995986 |
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