SPS-GRUE Schweizerischer Grütliverein: Archiv Schweizerischer Grütliverein, 1848-1924 (Bestand)

Archive plan context


Identifikation

Signatur:SPS-GRUE
Titel:Schweizerischer Grütliverein: Archiv Schweizerischer Grütliverein
Entstehungszeitraum:1848 - 1924
Bemerkung zum Entstehungszeitraum:Eckdaten der Dokumente
Sprache:Deutsch
Französisch
Umfang (Beschreibung):200 Bände (Protokolle) und 4 Archivschachteln
Umfang (Laufmeter):5.00
Allgemeine Bemerkungen:Die Zeitung "Grütlianer " ist online zugänglich unter "Swiss Press online" (http://newspaper.archives.rero.ch/Olive/APA/SNL_EN/default.aspx?action=tab&tab=browse&pub=DFS#panel=browse)

Kontext

Bestandsgeschichte:Ursprünglich als Depositum in die NB gelangt. 1927 erfolgt eine erste Schenkung. 1964 werden 7 Bände mit Protokollen des Grütlivereins Winterthur aus den Jahren 1858-1913 zur Vervollständigung der Bestände an die NB abgeliefert.
Biografische Angaben:Ursprünglich eine nach dem Grütli (Rütli) benannte Vereinigung freisinniger Ostschweizer Handwerksgesellen, gegründet 06.05.1838 von Johannes Niederer in Genf, und zwar zur Pflege der Geselligkeit und als Selbsthilfe-, Unterstützungs- und Bildungsverein für Werktätige. 1841 organisiert Albert Galeer aus Biel den Verein und gibt ihm ein sozialreformerisches Programm. 1878 gibt der Grütliverein gemeinsam mit dem Arbeiterbund ein sozialdemokratisches Manifest heraus. 1892 bekennt er sich in einer Statutenrevision ausdrücklich zum Sozialismus und zur Vertretung von Arbeiterinteressen. 1890 wird mit 353 Sektionen und rund 16'400 Mitgliedern der Höchstbestand an Mitgliedern erreicht. Dank der Mitglieder-Stärke beherrscht der Grütliverein die politische Linke bis zur Jahrhundertwende. Organ dieses stärksten politischen Vereins in der Schweiz ist seit 1851 der „Grütlianer“ (ab 1861 als „Le Grütli“ auch in französischer Sprache herausgegeben). Auf Antrag von Grütlianern wird 1869 in Zürich die Gründung einer ersten sozialdemokratischen Partei beschlossen. Die Geschäftsleitung der 1888 definitiv gegründeten SPS besteht vorwiegend aus Grütlianern. Während sich der 1864 in London gegründeten 1. Internationale nur einige Sektionen angeschlossen hatten, gehört der Grütliverein zu den Mitbegründern der 2. Internationale von 1889. Die 3. (Moskauer kommunistische) Internationale von 1919 wird als undemokratisch und unsozialistisch abgelehnt. Im neuen Bundesstaat setzt sich der Grütliverein für die Aufhebung der Militärkonventionen (1849) und ein schweizerisches Gewerbegesetz (1849 und 1858) ein. In den 1850er Jahren gibt er den Anstoss zur Gründung von Konsumvereinen. 1865-1874 engagiert er sich zugunsten vermehrter Volksrechte für die Revision der Bundesverfassung. 1872 gründet der Grütliverein eine Schweizerische Kranken- und Sterbekasse mit Freizügigkeit. Das Zentralkomitee in Biel leitet 1875 mit zwei Petitionen an den Bundesrat den politischen Kampf für ein eidgenössisches Fabrikgesetz ein und bewirkt 1887 die Schaffung eines Schweizerischen Arbeitersekretariates. In den 1880er Jahren geht von ihm die Bewegung für die unentgeltliche Abgabe der Lehrmittel an den Volksschulen aus. Nach 1890 schrumpft der Grütliverein infolge des Erstarkens der Gewerkschaften, der Konkurrenz neutraler Turn-, Gesangs- und Schützenvereine sowie der Sozialdemokratischen Partei, die zunehmend klassenkämpferischer wird. 1901 wird der Grütliverein Kollektivmitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz, schon 1915 kommt es aber wieder zur Trennung. 1925 beschliesst der Grütliverein die Auflösung und empfiehlt den Mitgliedern den Anschluss an die Sozialdemokratische Partei. Nur der Glarner Kantonalvorstand beschliesst die Fortsetzung der Grütlivereinspolitik. [Quelle: u.a. A. Müller in: Schweizer Lexikon in 6 Bänden, Luzern 1991-1993, Bd. 3, S. 257]
Art des Erwerbs:Schenkung
Erwerbsdatum:1927
1/16/1964
URL Kontextinformationen:Grütliverein Zürich, Vereinsarchiv 1897-1926

Inhalt und innere Ordnung

Art des Bestands:Archiv
Bestandsbeschreibung:Akten und Protokolle des Zentralkomitees und einzelner Sektionen. 200 Bände (Protokolle) und 4 Archivschachteln.
Der Bestand ist unterteilt in:
Einheiten 01-23: Zentralkomitee, Protokolle (Zeitraum 1848-1922)
Einheiten 24-39: Zentralkomitee, Jahresberichte, resp. Jahrbücher (Zeitraum 1860-1924): Einheiten 24-39 fehlen im Bestand. Sie sind jedoch im Lesesaal der NB konsultierbar unter der Signatur V Schweiz 1366 [Stand 05.2016]
Einheiten 40-143: Sektionen (alphabetisch geordnet nach Kantonen. Vertreten sind die Kantone Aargau, Appenzell Inner- und Ausserrhoden, Bern, Baselland, Freiburg, Graubünden, Luzern, St. Gallen, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Thurgau, Waadt, Zürich, Zug)
Bevorzugte Zitierweise:Schweizerische Nationalbibliothek, Spezialsammlungen: Archiv Schweizerischer Grütliverein
Erschliessungsgrad:summarisch
Bemerkung zur Erschliessung:Liste und separater Zettelkatalog

Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbedingungen:Konsultation eingeschränkt. Mit schriftlicher Begründung teilweise möglich
Sprachverwendung:Deutsch

Sachverwandte Unterlagen

Verwandtes Material:Stadtarchiv Zürich
Publikationen:Fritz Blaser, Der Grütlianer: Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des Zentralorgans des Schweizerischen Grütlivereins, [S.l.]: [s.n.], 1956
 

Descriptors

Entries:  BestandsbildnerIn (Körperschaften\S\Schweizerischer Grütliverein)
  Galeer, Albert (1816-1851) (Personen\G)
 

Containers

Number:2
 

Related units of description

Related units of description:siehe auch:
SPS-KDVP Konservativ-Demokratische Partei: Teilarchiv Konservativ-Demokratische Partei, Berner Volkspartei, Schweizerische liberal-demokratische Partei, 1883-1913 (Bestand)

siehe auch:
SPS-BLASER Blaser, Fritz: Archiv Fritz Blaser, 1900-1960 (Bestand)
 

Usage

Permission required:Reproduktions- und Aufführungsbewilligung
Physical Usability:Eingeschränkt
Accessibility:Ausgewählte Archivmitarbeiter/-innen
 

URL for this unit of description

URL:https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=222315
 

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